Baikal - Russlands endlose Landschaften ...

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Der Baikalsee befindet sich im Süden Sibiriens und ist der älteste, tiefste (1637 m) und größte Binnensee der Welt nach Volumen (20% des gesamten Frischwasservorkommens der Welt)

Für den nächsten Tag ist die Weiterreise mit der Baikalbahn nach Listwjanka geplant. Die Stadt liegt direkt am Angara-Delta gegenüber von Port Baikal, der Endstation der Bahn, nach mehrstündiger Fahrt an der Westküste des Sees entlang zu erreichen.

Der Bahnhof von Sludjanka ist einzigartig weil komplett aus Marmor gestaltet von italienischen Baumeistern in 1903. Der Marmor wurde in den Bergen in der Nähe abgebaut und war zur Zeit der Erstellung das billigste Baumittel in der Region.

Fotografieren ist am Bahnhof eigentlich verboten und ich werde von einem uniformierten Mann auch ziemlich schnell darauf hingewiesen. Trotzdem sind uns ein paar Schnappschüsse gelungen. Der Zug füllt sich langsam mit Menschen und Gepäck. Es gibt auch Güterwagen auf denen Baumaterial, komplette Einrichtungen und Lebensmittel in Großhandelsmengen von LKWs herab verladen werden.

Es gibt extra für Touristen organisierte Zugfahrten - wir aber fahren mit der regulären Bahn nach Fahrplan- zunächst parallel zur Transsib. Die Strecke ist etwa 120 Kilometer lang und werden sechs Stunden für die Fahrt brauchen. Der Zug fährt nicht nur ungewöhnlich langsam (manchmal flattern Schmetterlinge in Fahrtrichtung am Wagen vorbei). Es gibt auch viele Unterbrechungen, die wohl auch auf Anforderung vom Mitreisenden hier und da eingelegt werden, um eingekaufte Waren in der Nahe von abseits gelegenen Dörfern abzuladen.

Dafür gibt es andererseits genug Zeit und Gelegenheit, den ständigen Ausblick auf den See auf der einen Seite und die Landschaft auf der anderen Seite zu geniessen. Wir haben in jedem Fall genug Proviant dabei und manchmal hält der Zug länger. Die freundliche Schaffnerin teilt uns mit wie lange der Aufenthalt geplant ist. Wir können den Wagen verlassen und müssen nur aufpassen, dass wir rechtzeitig wieder zurück sind.

In Kultùk kommt dann die Abzweigung der berühmten Transsibirischen Eisenbahn, die in Richtung Irkutsk weiterführt. Wir aber bleiben auf der gewohnten Strecke am See entlang Richtung Port Baikal. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die massiven Bergzüge des Chamar-Daban-Gebirges zu erkennen.

Ein längerer Halt ist vor einem drei Kilometer langen Tunnel an der Bucht Berjósowaja mit Aussichten auf idyllische Landschaften und kleinen versteckten Ansammlungen von Häusern. Wir vertreiben uns die Zeit mit kleinen Ausflügen oder dem Knacken von Sonnenblumenkernen. Im Tunnel selbst ist es dann stockdunkel und es wird schon etwas unheimlich mit der Zeit, wenn man sich nicht unterhält oder die Taschenlampe anmacht.

Schließlich kommen wir in Port Baikal an. Nach einem kurzen Fußweg sind wir im Hafengelände an der Fähre, die uns hinüber nach Listwjanka, unserem nächsten Ziel, bringen soll. Wir kreuzen das breite Delta der Angara, der einzige Abluß des Baikal in Richtung Irkutsk.

Listwjanka - ein aufstrebender Ferienort am Baikalsee
In Listwjanka wird viel investiert. Modernste Hotels, neue Ferienhäuser, große Ferienanlagen sind in der Planung. Das Kapital kommt aus dem reichen Westen Rußlands.